Ernährungsplan für das erste Lebensjahr Ihres Babys

Die Ernährung Ihres Babys ist ein wichtiges Thema in seinem ersten Lebensjahr, egal ob gestillt oder Flaschenkost gegeben, Breikost oder Fingerfood angeboten wird. Viele Entscheidungen wollen getroffen werden!

Ihr Kind wird Ihnen in dieser Zeit signalisieren, was es spannend, interessant und angenehm findet. Diese Signale gilt es wahrzunehmen, zu erkennen und danach zu handeln. Es braucht seine Zeit, um nach der Geburt zur Expertin für „nonverbale Kommunikation“ zu werden, doch es zahlt sich für Sie als Eltern auch in Hinblick auf das spätere Familien- und Berufsleben aus.

Muttermilch - das beste Lebenselixier für mein Baby

Dass Muttermilch die beste Nahrung für ein Babys ist, ist vielfach bekannt – warum dies so ist, jedoch nicht. Bereits die wenigen Tropfen an "Vormilch" (der ersten Milch) enthalten wertvolle Stoffe, wie Vitamine, und sind auf das Bedürfnis Ihres Kindes optimal abgestimmt.
Insbesondere weist Muttermilch eine Vielzahl an immunologisch wirksamen Substanzen und Zellen auf. Deshalb soll abgepumpte Muttermilch auch nicht in der Mikrowelle erwärmt werden, denn dann geht ein wichtiger Teil der Abwehrstoffe verloren! Diese Stoffe zur Stärkung der Abwehrkraft Ihres Babys wirken ganz konkret auch gegen die Krankheiten, die die Mutter „anfliegen“. Sie bieten also – anders als Flaschenkost – sowohl einen allgemeinen wie auch einen sehr speziellen Schutz vor Erkrankungen und Allergien.

Muttermilch ist gut verträglich, da sie speziell für Ihr Kind produziert wird und arteigenes Eiweiß enthält, und leicht verdaulich – beispielsweise liefert sie (auf bisher unnachahmliche Weise) Fett und Enzyme zur Fettverdauung gemeinsam.
Während der gesamten Stillzeit verändert sie sich in Menge und Zusammensetzung, je nachdem, was Ihr Baby gerade benötigt. Sie ist also bei Frühgeborenen anders zusammengesetzt als bei lang gestillten Kindern.

Doch auch innerhalb der Stillmahlzeit gibt es eine Besonderheit, denn am Anfang ist die Muttermilch dünnflüssiger und löscht den Durst, später ist sie fettreicher und stillt den Hunger. Das Kind kann also nach seinen Bedürfnissen handeln und beispielsweise im Sommer, wenn es heiß ist, öfter und kürzer trinken als sonst. Sobald Mutter und Kind zu stillen gelernt haben, trinken Babys, wann immer sie hungrig sind, und nur so viel sie brauchen. Es gibt also keine Übersättigung und Ihr Baby entwickelt seinen eigenen Rhythmus und ein gutes Gespür für seine Bedürfnisse.

Doch Stillen ist noch weit mehr! Es bietet Geborgenheit, Hautkontakt und intensive Nähe zu Ihnen als Mutter und Ihrem Baby speziell am Anfang Sicherheit. Lassen Sie Ihr Baby daher nie schreien, denn das ist bereits ein Zeichen von Frust, sondern reagieren Sie immer mit Nähe und – bei Stillzeichen beziehungsweise Hungerzeichen - mit Nahrung.

Folgende Still- bzw. Hungerzeichen sollten Sie rasch beherzigen!

  • erhöhte Wachheit und Aktivität
  • suchendes Hin- und Herdrehen des Kopfes
  • schnelle Augenbewegungen
  • suchende Bewegung des Mundesl
  • leises Seufzen und Schmatzen
  • Saugen an der eigenen Hand

Stillen bietet jedoch auch Vorteile für die Mutter. Zum einen ist Muttermilch immer verfügbar und mit dabei, richtig temperiert und kostenlos, zum anderen regeneriert die Gebärmutter nach der Geburt durch Stillen rascher. Die in der Schwangerschaft fürs Stillen gebildeten Fettreserven werden auf natürlichem Weg abgebaut, außerdem schützt Stillen vor verschiedenen Erkrankungen der Mutter.

Buchtipp: Essen für die stillende Mutter

 

Ein Rezept für eine "Kraftsuppe"
zur Stärkung nach der Geburt und
Ein "Energiekugel-Rezept"
finden Sie in der Broschüre
"Essen und Trinken in der Stillzeit"
von Mag. Ingeborg Hanreich.

 
Die richtige Anlegetechnik beim Stillen will jedoch gelernt sein und verhindert oftmals Milchstau, wunde Brustwarzen oder Blähungen. Fragen Sie daher bitte bei bestehenden Schwierigkeiten immer eine erfahrene Hebamme, eine Stillberaterin IBCLC oder LLL um ihre fachkundige Hilfe.

Ein Merkblatt zur "Aufbewahrung von (abgepumpter) Muttermilch" sowie ein Befindlichkeits-Protokoll sind auf unserer Homepage gratis downloadbar. Andere spezielle Merkblätter (Langzeitstillen, Stillen bei Kaiserschnitt, Babys auf Reisen ...) können Sie im Shop bestellen.

Die Flasche – die Alternative für nicht gestillte Babies

Industrielle Flaschennahrung ist die beste Alternative, wenn Sie nicht stillen können oder wollen. Sie bietet zwar weder Fettverdauungs-Enzyme noch Abwehrschutz, doch wird sie laufend nach den neuesten Erkenntnissen über Muttermilch verbessert.
Beachten Sie, dass in den ersten Lebenstagen auch schon eine einzige Flasche zur Saugverwirrung Ihres Babys führen und das Stillen erschweren kann, da das Saugen an der Brust ein anderer, nämlich Kiefermuskel trainierender Vorgang ist als das Trinken aus der Flasche. Wichtig ist, dass die Flaschennahrung nur im Sekundentakt aus der Öffnung des Saugers tropft und der Milchnahrung kein Brei beigemengt wird, damit das Baby nicht überfüttert wird!
Wenn Sie sich für Flaschenkost entscheiden (müssen), dann wählen Sie am besten PRE-Nahrung für das ganze erste Lebensjahr, denn diese ist der Muttermilch am ähnlichsten. Nach dem ersten Geburtstag können Sie dann langsam auf normale Kuhmilch als Getränk umsteigen.

Buchtipp: Die ausgewogene Ernährung für Ihr Baby

 

Einen guten Überblick
über die einzelnen Nahrungen
verschafft Ihnen das Buch
„Essen und Trinken im Säuglingsalter“
von Mag. Ingeborg Hanreich.

 

Darin sind die meisten am deutschsprachigen Markt erhältlichen Nahrungen aufgelistet und teilweise kommentiert. Das betrifft auch Spezialnahrungen (z.B. HA bei Allergievorsorge, AR bei häufigem Spucken, Frühgeboren-Nahrungen ...).
Außerdem finden Sie hier zahlreiche Tipps zur Handhabung (Dosierung, Zubereitung, Verabreichung). Es sind auch 3 Beikostpläne enthalten, ein früher, ein späterer und ein vegetarischer.

Beikost – Gläschen füttern oder Rezepte selber kochen

Mit etwa einem halben Jahr (bei den meisten, aber nicht bei allen Kindern zwischen Anfang des 5. und Ende des 6. Monats) sind Babys bereit für die sogenannte "Beikost". Ab dann gilt es, zur Muttermilch oder Flaschennahrung andere Lebensmittel - später auch Getränke - anzubieten. Ihr Baby signalisiert Ihnen den optimalen Beikostbeginn. Diese Signale sollten für Sie ausschlaggebender sein, als alle Empfehlungen über Beginnzeiten, die immer nur Richtwerte darstellen können.

Die Beikost-Signale Ihres Babys

  • das Intensivere Beobachtung und In-den-Teller-Greifen
  • Kaubewegung machen, während andere essen
  • Greifen mit Daumen und Zeigefinger und zum Mund führen
  • fast alleine sitzen können
  • Ihr Baby braucht eventuell mehr Nahrung.
  • Möglicherweise hat es schon erste Zähne.
  • Ihr Baby kann breiige Speise mit der Oberlippe selbst vom Löffel nehmen.

Am Beginn der Beikost kann man sich an beispielhaften Plänen aus unseren Büchern orientieren oder eine andere Methode wählen, z.B. BLW (Baby led weaning). Dabei ist jedoch mehr zu beachten, als in vielen BLW-Ratgebern dargelegt wird. Laut der österreichischen Beikostrichtlinie soll die erste Beikostnahrung zink- und eisenreich sein. Auch Vitamin C (zur besseren Aufnahme des Eisens) und Betacarotin, hochwertige Öle und die richtige Eiweißmenge sollten bald im Speiseplan zu finden sein.
Wird ein Kind gestillt, so kann langsam - je nach Vorliebe des Kindes - Zutat für Zutat entweder als Brei oder als Fingerfood begonnen werden. Stufenweise vorzugehen und 4 Tage Abstand zu wahren unterstützt gegebenenfalls bei einer Allergiediagnose.

Buchtipp: Gläschen am deutschsprachigen Markt

 


Viele Eltern sind mit Auswahl
und Abfolge der Beikost überfordert,
insbesondere wenn Gläschenkost
angeboten wird. Um die Stufenabfolge
zu erleichtern, greifen viele auf die
„Gläschenübersicht“ von Frau Mag. Hanreich zurück.

Zunehmend macht sich jedoch der erfreuliche Trend zum Selberkochen bemerkbar. Wer schon einmal gleichzeitig den Geruch und Geschmack von im Topf (oder im Dampfgarer) gedämpften, pürierten Karotten und ein Karottengläschen probiert hat, kann den Unterschied wahrnehmen.

Buchtipp: Dampfgaren – vom Babybrei bis zum Essen am Familientisch

 

 

Wenn Sie einen neuen Dampfgarer
kaufen wollen oder besitzen, unterstützt
Sie das Buch "Dampfgaren – vom Babybrei
zur Familienkost" von Ingeborg Hanreich
und Britta Macho dabei.

Selber zu kochen ist keine Hexerei, auch wenn immer mehr Mütter davor noch nie den Kochlöffel geschwungen haben. Es gibt mittlerweile viele hilfreiche Küchengeräte, die Dämpfen und Pürieren erleichtern. Sie können Breie auf Vorrat zubereiten, einzelne Komponenten getrennt in Eiswürfelbehältern tieffrieren und beliebig kombinieren.
Dadurch gelingt es auch, auf den individuellen Geschmack oder auf Allergien Ihres Kindes hin abgestimmt zu kochen.  Rindfleisch (biologisches) kann leichter püriert werden, wenn es vorher 2x faschiert wurde. Pro Portion Gemüse-Beilagen-Brei (mittags oder abends) reichen 1-2 Eiswürfelchen aus.

Buchtipp: Baby-Beikost – alle Rezepte von 4 Monaten bis 1 Jahr

 

 

Eine praktische Hilfe sind nicht nur
die Rezepte und Zubereitungstipps,
sondern auch das Zutaten-ABC im Buch
„Rezepte und Tipps für Babys Beikost“
von Ingeborg Hanreich und Britta Macho.

Einige Zutaten sind im ersten Lebensjahr nichts für Ihr Kind: Alkohol, Limonade, Süßstoffe, Süßigkeiten, Salz, scharfe Gewürze, Käse, Wurst, Bohnen, Pilze, roher Honig, ganze oder zerteilte Nüsse ...
Einen Gesamtüberblick mit Begründungen gibt obiges Buch.

Umstieg auf Familienkost - Essen für Babys ab 10 Monaten

Langsam und je nach Entwicklungsschritt Ihres Kindes erfolgt nach dem 10. Lebensmonat die Umstellung auf Familienkost. Dabei ist noch auf die richtige Öl- und Saftzufuhr und die milde Würzung (kein Salz) zu achten, d.h. dass noch nicht alles vom Familientisch mitgegessen werden soll. Allerdings kann man in unseren „Rezepten und Tipps für Babys Beikost“ 30 Rezepte finden, die für Babys adaptiert sind und für die Familie gewürzt und abgeändert werden können, z.B. durch Zugabe von Käse, Rahm oder Gewürzen.

Nach dem ersten Geburtstag darf dann schon ein bunter Mix an Nahrungsmitteln geboten werden. Es ist prinzipiell darauf zu achten, dass nicht zu große Mengen an Milch und Milchprodukten eine Rolle spielen, denn oftmals verdrängt die noch gebotene Flaschennahrung den Hunger auf andere Zutaten. Hier gilt es, Ihr Kind langsam an eine ausgewogene Ernährung heranzuführen.

Buchtipp: Was Ihr Kind in Kindergarten, Vorschule und Schule braucht!

 

„Essen und Trinken im Kleinkindalter“
von Ingeborg Hanreich und Britta Macho
bietet Ihnen einen Leitfaden zur
Ernährung Ihres Kindes bis zum Schulanfang.

 

Es kann durch das Rezeptbuch für Kochneulinge
„Pfiffige Rezepte für kleine und große Leute“
von Ingeborg Hanreich und Britta Macho
optimal ergänzt werden. Darin finden Sie
viele Tipps und Rezeptvariationen.

 

Für ältere Kinder, die Abwechslung
in Sachen "Pausenbrote" wünschen,
empfehlen wir das Rezeptbuch
"Coole Rezepte für zwischendurch"
von Ingeborg Hanreich und Britta Macho.

 

Wenn trotzdem Fragen offen bleiben, hilft Ihnen Frau Mag. Hanreich gerne in persönlicher oder telefonischer Beratung für Ihr Kind weiter. Terminvereinbarungen unter +43 (0) 1 504 28 29-1. Näheres erfahren Sie hier.